Frankreich schickt seine Besten nach Europa

Obwohl die prestigeträchtige École Nationale d’Administration (ENA) mittlerweile durch das Institut National du Service Public (INSP) abgelöst wurde, verfügt Frankreich weiterhin über eine Verwaltungshochschule, die europaweit ihresgleichen sucht. Die ENA galt seinerzeit als elitäre Kaderschmiede, deren Absolventen für erlesene Jobs im Beamtenapparat oder der Politik vorbereitet wurden. Die Jahrgänge, die Promotion genannt wurden, durften sich eigene Bezeichnungen aussuchen. So gehörte Francois Hollande zur Promotion Voltaire und Emmanuel Macron zur Promotion Sédar Senghor. Die Namen sind Programm – und zeugen von der Exklusivität der ENA. In der Konsequenz lag die Quote der Studenten, die aus Arbeiterfamilien stammen, lediglich bei unter fünf Prozent. Um der sozialen Vielfalt der französischen Gesellschaft Rechnung zu tragen, hat man die ENA bei der Umgestaltung zum INSP zugänglicher gemacht, allerdings ohne die hohen Standards der Eliteschule über Bord zu werfen. Natürlich schicken die Franzosen ihre Besten auch in Richtung Europa. So sind beispielsweise unter den ENA-Absolventen François-Xavier Ortoli, ehemaliger Präsident der Europäischen Kommission und Claude Cheysson, ehemaliger EU-Kommissar. Aber ob ENA oder INSP: Die Franzosen sind stolz auf diese ehrwürdige Institution, die seit dem Ende des Zweiten Weltkriegs Verwaltungsbeamte der Spitzenklasse hervorbringt. Auch Deutschland sollte seine Besten nach Europa schicken!

Kommentar verfassen

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

Nach oben scrollen